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Jan
08

Hochreine Algen – ökologische Aspekte der industriellen Algenproduktion in Modulbauweise

Hochreine Algen - ökologische Aspekte der industriellen Algenproduktion in Modulbauweise

Algenproduktion in Modulbauweise, Bassum Niedersachsen

Neuere Entwicklungen ermöglichen die technisch stabile und hocheffiziente Industrieproduktion von Algen. Diese Algen werden u.a. in Anlagen in Bassum und Essen in Niedersachsen hergestellt. Da die Nachfrage der Alge die Produktionskapazitäten in den nächsten Jahren um ein vielfaches übersteigen wird, entwickelt sich ein Markt, der für alle Beteiligten hochinteressant sein kann.

Algen – das Wesen mit Nebeneffekt

Wichtige Aspekte sind aber darüber hinaus der Umweltschutz; die Produktion der Algen bindet CO2 aus der Luft und ist daher ein willkommener Nebeneffekt der Produktion von Algen in Gewächshäusern.

Der Spiegel berichtete im Sommer 2012 folgendes zu den Algen, die alleine an der Luft wachsen (auf Bäumen etc.)
„…Hinzu kommen rund 14 Milliarden Tonnen Kohlendioxid. Die Kohlendioxid-Menge entspreche dem, was pro Jahr weltweit durch Waldbrände und verbrannte Biomasse freigesetzt wird, schreiben die Forscher in der britischen Fachzeitschrift „Nature Geoscience“. Den Klimawandel könnten die Kryptogamen auf diese Weise allerdings nicht bremsen, denn der flächige Bewuchs speichere das Treibhausgas Kohlendioxid nur über wenige Jahre hinweg.“

Die ökologische Wirkung von Algen verblüfft daher.

Aber auch Algen im Wasser kämpfen gegen den Klimawandel, weil CO2 mit diesem Grünzeug gebunden werden kann.

Die Algen in den Modulen der Anlagen in Essen und Bassum/ Niedersachsen sind klein, grün und feucht. Durch die massenhafte Produktion wird nicht nur Geld verdient, sondern auch CO2 gebunden. Die Algen sind genügsam: sie brauchen stabile Lebensverhältnisse, Sonnenlicht, etwas Wärme, Wasser und wenige Nährstoffe.

Für das Bassumer Projekt spricht deutlich: Das Verfahren ist für den industriellen Einsatz wirtschaftlich. Denn auf der Einnahmeseite könnten neben Gewinnen aus dem Handel mit CO2-Zertifikaten auch der Verkauf von Biogas und Biodiesel stehen. Außerdem könnten Proteine aus der Algensubstanz als Futtermittel zum Beispiel in Fischfarmen eingesetzt werden. Nicht zuletzt sind Algen in der Lage, wertvolle biochemische Substanzen wie Enzyme, Vitamine, Fettsäuren oder Farbpigmente zu produzieren. Der Hamburger Professor für Aquatische Ökologie, Dieter Hanelt, gerät geradezu ins Schwärmen, wenn er die Möglichkeiten aufzählt, die in der Algenzucht liegen:

– Nahrungsergänzungsmittel
– Nahrungsmittel und hochwertiges Tierfutter
– Hochreine Rohstoffe für die Kosmetik- und Pharmaindustrie
– Biomasse zur Herstellung von Biogas, Biodiesel und Strom

Die Nachfrage des Marktes nach hochreinen Mikroalgen ist größer als das zur Verfügung stehende Angebot. Zudem gibt es nur wenige Anbieter. Zur erfolgreichen Umsetzung, weiterer Entwicklung und Stärkung deutscher Standorte haben sich Unternehmen wie Energiestrategen GmbH, dreischtrom UG, ÖPAG, Schumann & Schumann GmbH beispielsweise auf den Weg gemacht, gemeinsam den Aufbau und die Struktur mit dem Know-How in Einklang zu bringen, damit das Motto „Mit Algen in die Zukunft“ ein gutes umwelttechnisches Projekt verwirklicht werden kann.

Algen – die kleinen Alleskönner!

Nach Kerners Angaben können die sogenannten Fotobioreaktoren einen Wirkungsgrad von 10 bis 15 Prozent bei der Nutzung des Sonnenlichtes erreichen. Moderne Solarzellen bringen es zum Vergleich auf etwa 20 Prozent. „Aber Strom kann man nicht speichern“, nennt er einen Vorteil seiner Technik. Algen produzieren bis zu 30 Mal schneller Biomasse als Pflanzen wie Raps oder Mais, die heute in immer größerer Menge als Energiepflanzen angebaut werden und neue Umweltprobleme schaffen.

Wie viel CO2 mit der Anlage dauerhaft der Atmosphäre entzogen wird, hängt davon ab, was aus den Algen gemacht wird: Als Fischfutter kommt der Kohlenstoff wieder in den Biokreislauf, als Baustoff ist er viele Jahre festgesetzt. Eine Umwandlung der Algen zu Biogas, das in einem geschlossenen Kreislauf verbrannt wird, würde das CO2 dauerhaft aus der Luft ziehen. Die Produktion von Mikroalgen unter Nutzung von Kraftwerkrauchgasen zur Co2-Einbindung mit dem Experten Florian Fritsch bleibt ein spannendes Thema mit Entwicklungspotenzial. Im Rahmen der Seminarreihe befassen sich technische Experten mit Fragen rund um das Umweltrecht und speziell mit dem Gewässerschutz.

V.i.S.d.P.:
Oliwer Mikus
Redakteur
Der Verfasser ist für den Inhalt verantwortlich

Florian Fritsch ist freier Consultant und Energieexperte. Er leitet als Geschäftsführer mehrere Unternehmen aus dem Bereich „Erneuerbare Energie“, insbesondere Tiefen-Geothermie, Elektromobilität und Solarthermie. Weitere Informationen unter: www.fg.de

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